Haare & Haut

Schuppen und juckende Kopfhaut: ayurvedische Hausmittel, die wirklich helfen

Warum die Kopfhaut schuppt, wie sich trockene Kopfhaut von Schuppen unterscheidet und welche Mittel mit Neem, Aloe vera, Joghurt und Bockshornklee sie beruhigen.

8 Min. Lesezeit

Weiße Flocken auf den Schultern und eine juckende Kopfhaut kennt fast jeder zweite Erwachsene irgendwann im Leben. Schuppen sind kein Zeichen mangelnder Hygiene und auch nicht ansteckend. Meist handelt es sich um eine milde, langwierige Erscheinung der Kopfhaut, die kommt und geht und sich oft im Winter, bei Stress oder bei Schweiß und feuchter Luft verschlimmert.

Hauptursache ist meist ein Hefepilz namens Malassezia, der auf jeder Kopfhaut lebt und sich von den natürlichen Hautfetten ernährt. Bei manchen Menschen reagiert die Haut darauf, indem sie sich zu schnell erneuert, und die abgestorbenen Zellen verkleben zu Schuppen. Das Ziel ist, Pilz und Fett im Gleichgewicht zu halten und den Juckreiz zu lindern.

In diesem Ratgeber

Schuppen oder trockene Kopfhaut?

Beides sieht ähnlich aus, braucht aber unterschiedliche Pflege. Trockene Kopfhaut bildet kleine, weiße, pudrige Schüppchen, und oft ist auch die übrige Haut trocken. Schuppen im engeren Sinn (seborrhoisches Ekzem) sind größer, gelblich oder fettig, manchmal mit Rötung, und können auch an den Augenbrauen, rund um die Nase oder hinter den Ohren auftreten.

  • Trockene Kopfhaut: braucht sanftes Waschen und Feuchtigkeit, zum Beispiel eine leichte Ölmassage
  • Fettige Schuppen: brauchen regelmäßiges Waschen und Pflege gegen den Hefepilz; viel Öl über Nacht kann sie verschlimmern
  • Dicke, silbrige Beläge, die beim Kratzen bluten, können Schuppenflechte (Psoriasis) sein und gehören zum Arzt

Was Schuppen verschlimmert

  • Zu seltenes Haarewaschen, sodass sich Fett und Schuppen ansammeln
  • Viel Öl tagelang auf einer fettigen Kopfhaut lassen
  • Stress und Schlafmangel, die häufig einen Schub auslösen
  • Kalte, trockene Winterluft und sehr heißes Duschen
  • Schweiß unter Helm oder Mütze, der nicht ausgewaschen wird
  • Viel Zucker, Frittiertes und Alkohol

Die ayurvedische Sicht

Im Ayurveda heißen Schuppen Darunaka. Man sieht darin ein Zusammenspiel von Vata (Trockenheit) und Kapha (Klebrigkeit und Juckreiz). Trockene, pudrige Schuppen deuten auf Vata und brauchen sanftes Ölen. Fettige, juckende Schuppen deuten auf Kapha und brauchen reinigende Kräuter wie Neem, Bockshornklee und Zitrone statt noch mehr Öl. Außerdem rät der Ayurveda, weniger schweres, süßes und frittiertes Essen zu sich zu nehmen und die Verdauung zu stärken.

Hilfreiche Yoga-Übungen

  1. 1

    Stellung des Kindes

    Balasana

    1. Knie dich hin und setz dich mit geöffneten Knien zurück Richtung Fersen.
    2. Beuge dich nach vorn und lege die Stirn auf den Boden oder ein Kissen.
    3. Lass die Arme nach vorn oder neben dem Körper ruhen.
    4. Atme langsam in den Rücken.
    Halten: 1-2 Minuten

    Beruhigt das Nervensystem; Stress ist einer der häufigsten Auslöser für Schuppenschübe.

    Ausführliche Anleitung →
  2. 2

    Herabschauender Hund

    Adho Mukha Svanasana

    1. Beginne im Vierfüßlerstand.
    2. Stell die Zehen auf und schiebe das Becken nach oben und hinten.
    3. Beuge die Knie, damit der Rücken lang bleibt.
    4. Entspanne Kopf und Nacken.
    Halten: 5-8 Atemzüge

    Lenkt die Durchblutung Richtung Kopf und löst Nacken und Schultern.

    Ausführliche Anleitung →
  3. 3

    Katze-Kuh

    Marjaryasana-Bitilasana

    1. Beginne im Vierfüßlerstand.
    2. Einatmend den Bauch sinken lassen, Brust und Blick heben.
    3. Ausatmend den Rücken runden und das Kinn zur Brust ziehen.
    4. Bewege dich langsam im Rhythmus deines Atems.
    Halten: 8-10 Runden

    Löst Spannungen in Wirbelsäule und Nacken und verbindet Bewegung mit ruhigem Atem.

    Ausführliche Anleitung →
  4. 4

    Liegende Drehung

    Supta Matsyendrasana

    1. Leg dich auf den Rücken und zieh die Knie zur Brust.
    2. Lass beide Knie nach rechts sinken, die Arme seitlich ausgestreckt.
    3. Dreh den Kopf nach links, wenn es angenehm ist.
    4. Atme ruhig und wechsle dann die Seite.
    Halten: 1 Minute pro Seite

    Eine sanfte Drehung, die den Rücken entspannt und die Verdauung unterstützt, die der Ayurveda mit gesunder Haut verbindet.

    Ausführliche Anleitung →
  5. 5

    Kühlende Atmung (Sheetali)

    Sheetali

    1. Setz dich aufrecht hin und rolle die Zunge zu einem Röhrchen oder atme durch die Zähne.
    2. Atme langsam durch den Mund ein.
    3. Schließe den Mund und atme durch die Nase aus.
    4. Wiederhole langsam.
    Halten: 10 Runden

    Kühlt den Körper und beruhigt Gereiztheit, hilfreich, wenn sich die Kopfhaut heiß anfühlt und juckt.

  6. 6

    Wechselatmung

    Nadi Shodhana

    1. Setz dich aufrecht hin und verschließe das rechte Nasenloch mit dem Daumen.
    2. Links einatmen, links verschließen, rechts ausatmen.
    3. Rechts einatmen, rechts verschließen, links ausatmen.
    4. Langsam weiter so fortfahren.
    Halten: 5 Minuten

    Senkt Stress und fördert den Schlaf, zwei einfache Wege, Schübe zu verringern.

Natürliche & ayurvedische Hausmittel

Neemblätter-Spülung

So geht’s: Eine Handvoll Neemblätter 10 Minuten in 1 Liter Wasser kochen, abkühlen lassen und abseihen. Nach dem Shampoonieren als letzte Spülung über die Kopfhaut gießen. Zwei- bis dreimal pro Woche.

Warum es hilft: Neem wirkt natürlich gegen Pilze und Bakterien und ist im Ayurveda das Mittel der Wahl bei juckender Kopfhaut.

Packung aus Joghurt und Bockshornklee (Methi)

So geht’s: 2 Esslöffel Bockshornkleesamen über Nacht einweichen und zu einer Paste mahlen. Mit 3 Esslöffeln Naturjoghurt (in Indien Dahi) mischen, 20-30 Minuten auf der Kopfhaut lassen und gründlich auswaschen. Einmal pro Woche.

Warum es hilft: Joghurt beruhigt und löst sanft Schuppen, Bockshornklee lindert den Juckreiz und pflegt das Haar.

Frisches Aloe-vera-Gel

So geht’s: Das Gel aus einem frischen Aloe-Blatt herauslösen, glatt pürieren und in die Kopfhaut einmassieren. 30 Minuten einwirken lassen und ausspülen. Zweimal pro Woche.

Warum es hilft: Aloe vera kühlt die Kopfhaut, lindert Juckreiz und Rötung und wirkt leicht gegen Pilze.

Zitronensaft mit Kokosöl

So geht’s: Bei trockenen Schuppen 1 Teelöffel Zitronensaft unter 2 Esslöffel warmes Kokosöl mischen, in die Kopfhaut einmassieren, 20 Minuten einwirken lassen und auswaschen. Nicht auf verletzter oder sehr wunder Haut anwenden.

Warum es hilft: Kokosöl spendet trockener Kopfhaut Feuchtigkeit, Zitrone hilft, Schuppen zu lösen, und hinterlässt ein frisches Gefühl.

Teebaumöl im Shampoo

So geht’s: 3-4 Tropfen Teebaumöl zu einem Teelöffel deines üblichen milden Shampoos geben, in die Kopfhaut einschäumen und 3-5 Minuten einwirken lassen, dann ausspülen.

Warum es hilft: Studien zeigen, dass ein Shampoo mit 5 % Teebaumöl Schuppen verringert, weil es gegen den Hefepilz Malassezia wirkt.

Medizinisches Anti-Schuppen-Shampoo bei Bedarf

So geht’s: Reichen Hausmittel nicht aus, nimm ein Shampoo mit Ketoconazol, Zinkpyrithion oder Selendisulfid (rezeptfrei in der Apotheke). In die Kopfhaut einschäumen und 5 Minuten einwirken lassen, zweimal pro Woche. Sind die Schuppen verschwunden, einmal pro Woche anwenden, damit sie nicht zurückkommen.

Warum es hilft: Diese Wirkstoffe richten sich direkt gegen den Hefepilz hinter den Schuppen und lassen sich gut mit den ayurvedischen Mitteln oben kombinieren.

Tägliche Gewohnheiten

  • Wasch deine Haare zwei- bis dreimal pro Woche, bei fettiger Kopfhaut auch öfter.
  • Lass Öl auf einer fettigen, schuppigen Kopfhaut nicht länger als ein bis zwei Stunden.
  • Wasch Kämme, Kissenbezüge und Mützen jede Woche.
  • Spül nach dem Sport oder dem Tragen eines Helms den Schweiß aus.
  • Gönn dir etwas Morgensonne, viele empfinden das als hilfreich.
  • Iss weniger Zucker, Frittiertes und Alkohol und trink genug Wasser.

Häufige Fragen

Kann man Schuppen dauerhaft loswerden?

Schuppen kommen und gehen, deshalb lassen sie sich eher kontrollieren als endgültig heilen. Mit regelmäßigem Waschen, Pflege gegen den Hefepilz und weniger Stress bleiben die meisten Menschen lange schuppenfrei.

Ist Haaröl gut oder schlecht bei Schuppen?

Das kommt darauf an. Bei trockener, schuppiger Kopfhaut hilft eine leichte Massage mit warmem Öl. Bei fettigen Schuppen kann viel Öl, das tagelang drauf bleibt, den Hefepilz nähren. Öle also nur kurz und wasch das Öl immer gründlich aus.

Verursachen Schuppen Haarausfall?

Schuppen selbst führen meist nicht zu dauerhaftem Haarausfall, aber ständiges Kratzen und Entzündung können mehr Haare ausfallen lassen. Wer den Juckreiz behandelt, hilft meist auch den Haaren.

Hilft Joghurt gegen Schuppen?

Ja, Naturjoghurt ist eine traditionelle Kopfhautpackung, die den Juckreiz lindert und Schuppen löst. Gründlich auswaschen und etwa einmal pro Woche anwenden.

Vorsicht · wann zum Arzt

Geh zum Arzt oder Hautarzt, wenn deine Kopfhaut stark gerötet ist, schmerzt, nässt oder blutet, wenn sich dicke, silbrige Beläge bilden, wenn sich die Schuppen auf Gesicht oder Körper ausbreiten oder wenn zwei Monate regelmäßiger Pflege nichts bringen. Das können Anzeichen für Schuppenflechte, eine Pilzinfektion oder ein Ekzem sein. Trage unverdünntes Teebaumöl oder puren Zitronensaft nie auf verletzte Haut auf und mach vor jedem neuen Mittel einen Verträglichkeitstest an einer kleinen Hautstelle.

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keinen ärztlichen Rat. Üben Sie sanft und niemals in den Schmerz hinein. Sprechen Sie mit einer Fachperson, wenn Sie eine Erkrankung haben, schwanger sind oder Medikamente nehmen.

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